top of page
Für Theresia. Anton Bruckner: eine HerStory

In diesem Projekt werden 10 Frauen, die in Anton Bruckners Leben eine besondere Rolle gespielt haben, in den Mittelpunkt gerückt.
Über ein Jahr sammelte die Linzer Künstlerin Zoe Goldstein Informationen um diese Biographien zusammenzustellen.
Es geht darum jene Frauen sichtbar zu machen um eine Vorstellung davon zu bekommen, wer sie waren und wie sie gelebt haben.
Diese Auseinandersetzung mittels alter Portraitdarstellungen und Biografien, ermöglicht ein Hinterfragen der Frauenrolle in der Gesellschaft von damals und heute. Gleichzeitig erhält man eine neue, frische Perspektive auf das Leben und Schaffen des Künstlers Anton Bruckner.
Der Titel des Projekts verbindet die Bedeutung der Frauen mit seiner Kunst und bezieht sich auf seine Mutter Theresia Bruckner, die eine wichtigeweibliche Konstante in seinem Leben war.

Unsichtbares sichtbar zu machen ist mir ein besonderes Anliegen. Darum bin ich Fotografin und stecke viel Kraft und Zeit in meine künstlerischen Projekte. Mein Hauptthema sind die Menschen und im Speziellen die Position der Geschlechterrollen in unserer Gesellschaft. In meiner Fotografie beschäftige ich mich insbesondere mit der Emanzipation der stereotypen Körpersprache im fotografisch-geposteten Porträt. Meine künstlerischen Projekte und vor allem das aktuelle Projekt „Für Theresia“ ermöglichen mir, eine wissenschaftliche Betrachtung und Erforschung von kunstgeschichtlichen und/oder geschlechterspezifischen Themen, die ich dann zu vermitteln versuche. Sie sind sozusagen detektivische Spielwiesen mit Trainingslagereffekt. Jede/r der/die schon einmal ein künstlerisches Projekt umgesetzt hat, weiß wovon ich hier spreche. So etwas verlangt körperliche und geistige Höchstleistungen. Ich lerne hierbei immer unglaublich viel in den verschiedensten Bereichen.

 

Warum nun dieses Projekt „Für Theresia“?

Weil ich als Frau und Bruckner-Fan, unbedingt KEIN Projekt über ihn, sondern über die Frauen in seinem Leben machen wollte. Das viel besprochene Thema „Bruckner und die Frauen…“ hat meiner Meinung nach immer wieder eine respektlose Richtung eingeschlagen. Wer diese Frauen waren, darüber wurde im Prinzip nie gesprochen. Genau deshalb wollte ich hier genauer in die Materie eintauchen und ein Projekt entwickeln, welches diese 10 Frauen in den Vordergrund stellt. Bei der Auswahl ging ich eigentlich hauptsächlich nach dem Material, das ich von den einzelnen Frauen finden konnte. Bei manchen gab es kein Bild, bei anderen überhaupt keine Informationen über ihr Leben. Nach über einem Jahr Recherche entstanden 10 Biografien, die es so zusammengefasst, in dieser Form vorher noch nicht gab.

In Kombination mit den alten Portraits jener Frauen, die sozusagen aus der Anfangszeit der fotografischen Technik stammen, gestaltete ich einzelne Portraittafeln, oder wie ich sie auch gerne nenne, Mnemosyne (Gedächtnis) Tafeln. Der Bezug zu Anton Bruckner wird in Form von QR-Codes hergestellt, die auf der Bildseite zu finden sind. Hinter jedem Code steckt ein Musikstück Bruckners, welches er jener Frau entweder direkt oder indirekt gewidmet hat oder in der Zeit der Bekanntschaft entstanden ist. Die QR-Codes auf der Biografie Seite ermöglichen den Text in Englisch nachzulesen.

 

Sie erzählen etwas über das Leben diese Frauen und zeigen gleichzeitig, wie sie ausgesehen haben.

Das wiederum ermöglicht, bei intensiver Auseinandersetzung, auch ein Hinterfragen / Betrachten der Rolle der Frauen in der Jetztzeit und auch unserer Gesellschaft im weiteren Sinn. Als Fotografin, Bildwissenschafterin und Künstlerin bin ich gespannt darauf, wie die Menschen, aber vor allem auch das jüngere Publikum auf die Portraits reagieren werden. Wie werden diese Bilder im Zusammenhang mit den Biografien wahrgenommen? Wenn man einen Teil der Geschichte jener Person kennt, die auf dem Bild zu sehen ist, sieht man diese danach anders? Wie nehmen wir – als Bilderflut Generation – diese Portraits auf? Aber die wichtigste Frage ist eigentlich: weshalb findet man mehr Informationen über Männer, die in sogenannten „Nebenrollen“ gespielt haben, aber so wenig über Frauen in diesen Positionen?  

 

Wenn ich mir den Artikel über die Sängerin Maria Kerschbaum, aus der Linzer Tagespost vom Dienstag, 25.1. 1881 durchlese, in dem ihre Kunst auf so respekt- und niveauvolle Weise beschrieben wird, denke ich manchmal, dass es irgendwann im 20./21. Jahrhundert eine Phase gegeben haben musste, ab der auf diese Art der Wertschätzung gegenüber Frauen einfach verzichtet wurde. Möglicherweise hat auch die viel versprochene „Erleichterung unseres Lebens“ durch den enormen technologischen Fortschritt nicht das Leben, sondern die Facetten der Diskriminierung vereinfacht…?

Maria Kerschbaum war auf jeden Fall Ehrenmitglied im Musikverein. Ihr Porträt hing lange Zeit im Probesaal der Liedertafel Frohsinn. Heute hängt es nicht mehr dort und ist laut Angaben irgendwann weggeworfen worden.

 

Warum die Recherche wichtig war?

Diese 10 Frauengeschichten sind nur ein Bruchteil von jenen die erzählt werden wollen, die uns die Zeit erlebbar und verständlicher machen können. Es ist immer wichtig sich mit der Geschichte und der Vergangenheit auseinanderzusetzen, um das Jetzt etwas mehr zu begreifen und es vielleicht auch etwas zu verändern.

 

Von Zoe Goldstein

 

Maria Anna Bruckner

 

Anna "Nani" was born on Monday 27 June 1836 at 8 a.m. in Ansfelden, Upper Austria as the daughter of daughter of Theresia (née Helm; * 6.4.1801 Neuzeug, Upper Austria, † 11.11.1860 Ebelsberg, Upper Austria) and Anton the Elder Bruckner (* 11.6.1791 Ansfelden, Upper Austria, † 7.6.1837 Ansfelden) with the help of midwife Magdalena Lehner.She was baptised the very next day by the baptising priest Josef Haas.

Her godmother was Maria Lehner.Of her 10 siblings, including Anton Bruckner as her eldest brother, only Joseph Anton (* 4.9.1824 Ansfelden, † 11.10.1896 Vienna/composer), Rosalia (* 17.2 1829 Ansfelden, † 5.5.1898 Vöcklabruck,

Upper Austria), Josepha (* 13.3.1830, † 3.7.1874 St. Florian, Upper Austria) and Ignaz (* 28.7.1833 Ansfelden, † 4.1.1913 St. Florian).Some of the other six siblings were baptised and died nameless,the others only days or months after birth.

 

From the age of one until the age of 17, "Nani" was very weak and sickly and was cared for by her mother.A few years later, when Theresia, her mother,

died, Anton had to promise her on her deathbed that he would look after Nani in the future.On 22 October 1853, Anton vowed before the St. Florian district court to fulfil his obligations as curator for his sister Anna.

 

A poem from Nani's exercise book:

 

" My wishes remain the same / If I were rich like a CrösusAll the beautiful things I can think of / I would give you everything:Gold and silver, precious stones, / Pearls like the mogul's.Brother, tell me what for / If I gave it, I would have nothing left for myself;Would I give all this to you / Only for your brotherly love!In 1866, he took his "favourite sister" to live with him, where she ran the business for three years. In autumn 1868, Nani moved to Vienna with her brother Anton. She looked after him like a mother.She never had a family of her own. So she also remained childless.

At the age of 33 Nani fell ill with pulmonary tuberculosis.

Maria Anna Bruckner
Schwester und Haushälterin

Anna „Nani“ hat am Montag 27.6.1836 um 8 Uhr Früh in Ansfelden, OÖ als
Tochter von Theresia (geb. Helm; * 6.4.1801 Neuzeug, OÖ, † 11.11.1860 Ebelsberg, OÖ) und Anton d. Ä. Bruckner (* 11.6.1791 Ansfelden, OÖ, † 7.6.1837 Ansfelden) mit der Unterstützung der Hebamme Magdalena Lehner das Licht der Welt erblickt. Bereits am nächsten Tag wurde sie vom Taufgeistlichen Josef Haas getauft. Ihre Taufpatin war Maria Lehner.

Von ihren 10 Geschwistern, darunter Anton Bruckner als ihr ältester Bruder, blieben nur Joseph Anton (* 4.9.1824 Ansfelden, † 11.10.1896 Wien/Komponist), Rosalia (* 17.2 1829 Ansfelden, † 5.5.1898 Vöcklabruck, OÖ), Josepha (* 13.3.1830,
† 3.7.1874 St. Florian, OÖ) und Ignaz (* 28.7.1833 Ansfelden, † 4.1.1913 St. Florian).
Von den anderen sechs Geschwistern starben manche notgetauft und namenlos, die anderen nur Tage oder Monate nach der Geburt.

Von ihrem ersten Lebensjahr bis zu ihrem 17. war „Nani“ sehr schwach und kränklich und wurde von ihrer Mutter gepflegt. Einige Jahre später als Theresia, die Mutter, verstarb musste Anton ihr noch im Totenbett versprechen, sich in Zukunft um die Nani zu kümmern. Anton gelobte, am 22.10.1853, vor dem Bezirksgericht St. Florian, seinen Verpflichtungen als Kurator für seine Schwester Anna nachzukommen.

Ein Gedicht aus Nanis Schulheft:

„ Meine Wünsche bleiben gleich / Wär ich wie ein Crösus reich
Was sich Schönes nur läßt denken / Wollte ich Dir Alles schenken:
Gold und Silber, Edelsteine, / Perlen wie des Moguls seine.
Rathe Bruder, sprich wofür / Gäb ichs, daß mir selbst nichts bliebe;
Gäb ich dieses Alles Dir? / Nur für Deine Bruderliebe!

1866 hat er seine „Lieblingsschwester“ zu sich genommen, wo sie drei Jahre lang die Wirtschaft geführt hat. Im Herbst 1868 ist Nani dann mit ihrem Bruder Anton nach Wien übersiedelt. Wie eine Mutter hat sie sich um ihn gesorgt.
 
Eine eigene Familie hatte sie nie. So blieb sie auch kinderlos. Im Alter von 33 Jahren erkrankte Nani an Lungentuberkulose. Maria Anna Bruckner starb am 16.1.1870 in Wien. Der Minoritenpater Bernardin Karpfenberger leitete auf dem Währinger Ortsfriedhof die Bestattungszeremonie. Ignaz Bruckner ließ ihre Überreste exhumieren und am 18.5.1901 in St. Florian beisetzen.

Lindner Andreas, Petermayr Klaus: Bruckner Symposion 2019/Bericht; Musikwissenschaftlicher Verlag Wien; 2021; S. 189. // 31/66, Text des Taufbuchs bei 1079/158 und Faksimile: Eintragung ins Taufbuch bei 1079/210 lt. Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 183606275, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-1836062 // Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 183606285, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-183606285 // Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 184711195, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-184711195 letzte Einträge 02.02.2023 // Buchmayr, Friedrich: Mensch Bruckner! Der Komponist und die Frauen; Verlag Müry Salzmann; 2019; S. 91-92.

Wilhemine Reischl.jpg

Wilhelmine Reischl

 

Wilhelmine (Minna) Reischl was born on 28 December 1873 in Altheim, Upper Austria.She was the daughter of the merchant and agent of numerous insurance companies Nikolaus Reischl (* 9.12.1843 Altheim, † 6.2.1899 Altheim) and his wife Magdalena, née Kofler (* 24.12.1851 St.Georgen im Attergau, Upper Austria/A, † 2 October 1899 Altheim).

 

Minna sang as an alto soloist in the Altheim church choir and, like her parents, was a great admirer of parents, was a great admirer of Anton Bruckner, whom she met in the summer of 1891 during a visit to her relatives in Steyr.From then until Bruckner's death, Minna maintained an honest friendship with him.

The letters also show this.

 

Here is an excerpt from a letter from Wilhelmine to Bruckner dated 12 October 1893, Altheim:

"...How are you, my esteemed Doctor?I hope you are well, which I can also say of myself, but my dear mother is always suffering. Today is the Liedertafelconcert, where I also have to take part; as alto solo I am singing

"Der Wanderer" by Schubert.We have already learnt a Tantum ergo by Mr Doctor, and I like it very much.Last Sunday I sang the alto solo "Ave Maria" by Clotilde Kainerstorfer as the offertory, which you are probably familiar with. Once again, my dearest Doctor, I would like to delight you with a few lines.

Your highly honoured and devoted Minna Reischl."

 

On 26 May 1896, she married the 30-year-old Braunau bell founder and factory owner Sigmund Gugg (* 21.4.1866 Braunau am Inn, Upper Austria/A, † 7.8.1903 Braunau am Inn), with whom she had two children: Sigmund (Rupert Nikolaus, * 3.5.1897 Braunau am Inn, † unknown) and Wilhelmine (Aloisia Magdalena, * 3.5.1898 Braunau am Inn, † 19.9.1898 Altheim).

 

After both her parents died in quick succession in 1899, she too fell seriously

ill she also fell seriously ill and suffered for a long time.Her husband had her admitted to a renowned private clinic in Munich.She died there on 8 March 1901 at the age of 28. 

 

After Mina's early death in the Josefinum hospital in Munich, Gugg married Helene Straub on 16 June 1903; he died just a few weeks later.

Wilhelmine Reischl

Altsolistin

Wilhelmine (Minna) Reischl wurde am 28.12.1873 in Altheim, OÖ geboren.

Sie war die Tochter des Kaufmanns und Agenten zahlreicher Versicherungsgesellschaften Nikolaus Reischl (* 9.12.1843 Altheim, † 6.2.1899 Altheim) und seiner Frau Magdalena, geb. Kofler (* 24.12.1851 St. Georgen im Attergau, Oberösterreich/A, † 2.10.1899 Altheim).

 

Minna sang als Alt-Solistin im Kirchenchor von Altheim und war, wie auch ihre Eltern, eine große Bewunderin von Anton Bruckner, den sie im Sommer 1891, während eines Besuches ihrer Verwandten in Steyr kennenlernte. Von da an hat Minna bis zum Tod Bruckners eine ehrliche Freundschaft mit ihm verbunden. Das zeigen auch die Briefe. An dieser Stelle ist noch zu erwähnen, dass Sr Majestät  Anton Bruckner eine Ernennung zum Ehrendoktor der Philosophie zugesprochen hat und von ihm ein Diplom erhielt. Hier ein Auszug aus einem Brief von Wilhelmine an Bruckner vom 12.10.1893, Altheim:

 

„…Wie geht es Ihnen, mein hochverehrter Herr Doctor? Hoffentlich sind Sie gesund, was ich auch von mir sagen kann, nur ist mein liebes Mütterl immer leidend. Heute ist Liedertafelconcert, wo ich auch mitwirken muss; als Altsolo singe ich „Der Wanderer“ von Schubert. Ein Tantum ergo von Herrn Doctor, haben wir schon eingelernt, und gefällt sehr gut. Vorigen Sonntag sang ich

als Offertorium das Alt Solo „Ave Maria“ von Clotilde Kainerstorfer, dürfte Ihnen höchst wahrscheinlich bekannt sein. Erfreuen Sie, mein liebster Herr Doctor, wieder einmal durch einige Zeilen.

Ihre Sie hochverehrende, ergebene Minna Reischl.“

Am 26.5.1896 heiratete sie den 30-jährigen Braunauer Glockengießer-Fabrikanten Sigmund Gugg (* 21.4.1866 Braunau am Inn, Oberösterreich/A,

† 7.8.1903 Braunau am Inn), mit ihm hatte sie zwei Kinder: Sigmund (Rupert Nikolaus, * 3.5.1897 Braunau am Inn, † unbekannt) und Wilhelmine (Aloisia Magdalena, * 3.5.1898 Braunau am Inn, † 19.9.1898 Altheim).

Nachdem im Jahr 1899 ihre beiden Eltern kurz hintereinander verstarben, wurde auch sie schwer krank und musste lange leiden. Ihr Ehemann hat sie noch in eine renommierte Münchner Privatklinik bringen lassen. Dort ist sie am 8.3.1901 im Alter von 28 Jahren gestorben. Nach Minas frühem Tod in der Münchner Krankenanstalt Josefinum ehelichte Gugg am 16.6.1903 Helene Straub; nur wenige Wochen später verübte er Selbstmord.

Buchmayr, Friedrich: Mensch Bruckner! Der Komponist und die Frauen; Verlag Müry Salzmann; 2019; S. 249-250 // Brief: Stift St. Florian; G.-A. III/1, S.615 (gekürzt)

Mathilde Fessl.jpg

Mathilde Fessl

 

Mathilde was born in 1870 and lived with her family in Kremsmünster. 

Her father was a lawyer and, like her mother, attached great importance to music, especially the music of Wagner and Beethoven. The Fessls showed great enthusiasm for everything beautiful. Mathilde's brother and her three sisters received a solid musical education and learnt to play instruments.

It was also known that they were liberal free spirits, i.e. without a religious confession, and that they did not attend church even on holidays.

 

However, Mathilde always wanted to become a teacher and was therefore allowed to go to Vienna to study in 1887. For the following two years, she lived in Vienna with her aunt and uncle, who shared her love of music. They often took her to theatre performances and concerts. Mathilde turned out to be a great Wagner fan.In the autumn of 1888, when she attended a Philharmonic concert with her aunt, she met Anton Bruckner.

 

After completing her studies in Vienna, she returned to Kremsmünster in the summer of 1889.A few years later, she married the bank clerk Rafael Mayer (1856 - 1935).Mathilde died in 1961.

 

"By the way, how do you like my picture?

The photographer from Kremsmünster immediately realised that I didn't want one of those usual full-body portraits in which a woman in a corset stands stiffly like a doll and holds something typically feminine in her hand,a bouquet of flowers or a fan. No, I wanted a bust portrait in which my face (not my figure) was clearly visible, but I was still looking to the side so that my antique-style hairstyle with the hoop and the pinned-up topknot could be seen.with the hoop and pinned-up topknot came into its own."(Buchmayr, Mensch Bruckner!)

Mathilde Fessl
Lehrerin

Mathilde wurde 1870 geboren und lebte mit ihrer Familie in Kremsmünster. Ihr Vater war ein Rechtsanwalt und legte, so wie die Mutter viel Wert auf Musik, insbesondere auf die Musik von Wagner und Beethoven. Die Fessls zeigten große Begeisterung für alles Schöne. So erhielten Mathildes Bruder und ihre drei Schwestern eine gediegene musikalische Ausbildung und lernten Instrumente. Bekannt war auch, dass sie liberale Freigeister waren, also ohne Religionsbekenntnis und dass sie auch zu den Festtagen keine Kirche besuchten.

 

Mathilde wollte aber immer schon Lehrerin werden und durfte deshalb 1887 nach Wien, um zu studieren. Die zwei nachfolgenden Jahre lebte sie in Wien bei ihrer Tante und ihrem Onkel, die ihre Liebe zur Musik teilten. Sie gingen oft mit ihr zu Theateraufführungen und Konzerten. Dabei entpuppte sich Mathilde als große Wagnerfreundin. Im Herbst 1888, als sie einmal mit ihrer Tante ein Philharmoniker-Konzert besuchte, begegnete sie Anton Bruckner.  

 

Nach dem Abschluss ihres Studiums in Wien, kehrte sie im Sommer 1889 nach Kremsmünster zurück. Ein paar Jahre später heiratete sie dort den Bankbeamten Rafael Mayer (1865 – 1935). Mathilde starb im Jahr 1961.

 

„Ach ja, wie gefällt Ihnen übrigens mein Bild? Der Kremsmünsterer Fotograf hat sofort verstanden, dass ich keines dieser üblichen Ganzkörperportraits haben wollte, auf denen eine Frau im Korsett steif wie eine Puppe dasteht und etwas typisch Weibliches in der Hand hält, einen Blumenstrauß oder einen Fächer. Nein, ich wollte ein Brustbild, auf dem mein Gesicht (nicht meine Figur) deutlich zu sehen war, ich aber trotzdem zur Seite blickte, sodass meine antikisierende Frisur mit dem Reif und dem aufgesteckten Haarknoten schön zur Geltung kam.“

Quelle: Buchmayr, Friedrich: Mensch Bruckner! Der Komponist und die Frauen; Verlag Müry Salzmann; 2019; S. 217-222 // Zitat: Buchmayr, Friedrich: Mensch Bruckner! Der Komponist und die Frauen; Verlag Müry Salzmann; 2019; S. 223.

Marie Demar3.jpg

Marie Amalia Eleonora Demar

 

The daughter of the Hungarian officer Franz Demar and his wife Anna

Marie was born on 10 December 1864 in Komorn/Hungary (Komáron/H.).

 

After the family moved to Vienna to Waaggasse 9 in the 4th district, she studied at the Conservatory of the Society of Friends of Music in Vienna (singing with Louise Dustmann [1831-1899], piano with Ferdinand Löwe [1886/87]).

 

Marie was an ardent admirer of Richard Wagner's operas and therefore regularly attended the Vienna Court Opera.She met Anton Bruckner in the fourth gallery, where the cheapest seats and the most knowledgeable listeners were located. She revered Bruckner as a great composer and enjoyed his affection. He soon made contact with her parents and occasionally walked with them and Marie through the Prater.Occasionally, the enamoured Bruckner could be seen skipping around Marie in his bliss like a boy whistling "Die Meistersinger".Katharina Kachelmayr (Bruckner's housekeeper and often the bearer of Bruckner's letters and gifts to the Fräulein) on Marie Demar:

 

"This is the right girl for the Professor.The father [...] a Hungarian officer.

officer. Dark, flashing eyes - and a demeanour! Kiss my hand, madam! Would you like some coffee? And when I left, he helped me into my coat like a lady of the world.The lady gave me her photograph - for the professor. 20 years young, pretty and she also studied music - at the conservatory.

at the conservatory."(Buchmayr, Mensch Bruckner!)

 

Between 1885 and 1886, Anton Bruckner and Marie Demar enjoyed a deep friendship. In his letters, he referred to her as his "artistic comrade".

On 17 February 1890, she married Wilhelm Anton August Blaschek (Blazek, * 8.2.1862 Klosterneuburg, Lower Austria/A, † 7.4.1914 Vienna), who later became a ministerial accountant in the Ministry of Agriculture.

She was active as a singer and appeared as Elisabeth in Wagner's Tannhäuser, among other roles.

 

Marie Demar died in Vienna on 4 July 1946.

Marie Amalia Eleonora Demar
Sängerin

Als Tochter des ungarischen Offiziers Franz Demar und dessen Frau Anna wurde Marie am 10.12.1864 in Komorn/Ungarn (Komáron/H.) geboren.
Nach der Übersiedlung der Familie nach Wien in die Waaggasse 9 im 4. Bezirk, studierte sie am Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde
in Wien (Gesang bei Louise Dustmann [1831-1899], Klavier bei Ferdinand Löwe [1886/87]).

 

Marie war eine glühende Verehrerin der Opern Richard Wagners und besuchte deshalb regelmäßig die Wiener Hofoper. Auf der vierten Galerie,
dort wo die billigsten Plätze und die fachkundigsten Hörer saßen, lernte sie Anton Bruckner kennen.

 

Sie verehrte Bruckner als großen Komponisten und genoss seine Zuneigung. Bald stellte er Kontakt zu ihren Eltern her, spazierte ab und an mit ihnen und Marie durch den Prater. Gelegentlich konnte man den verliebten Bruckner in seiner Seligkeit wie ein Junge, die „Meistersinger“ pfeifend, um Marie herumhüpfen sehen.

 

Katharina Kachelmayr (Bruckners Haushälterin und oftmals Überbringerin
der Briefe und Geschenke von Bruckner an die Fräulein) über Marie Demar:

„Das ist die Richtige für den Herrn Professor. Der Vater […] ein ungarischer Offizier. Dunkle, blitzende Augen – und ein Benehmen! Küss die Hand, gnä` Frau! Kaffee gefällig? Und beim Abschied hat er mir in den Mantel geholfen wie einer Dame von Welt. Das Fräulein hat mir ihre Fotografie mitgegeben – für den Herrn Professor. 20 Jahre jung, hübsch und Musik hat sie auch noch studiert – am Konservatorium.“

 

In den Jahren 1885 – 1886 verband Anton Bruckner und Marie Demar eine
tiefe Freundschaft. In seinen Briefen bezeichnete er sie als seine „Kunstgenossin“.

 

Die von Bruckner an sie herangetragene (inoffizielle) Widmung der Sinfonie Nr. 8 c-moll WAB 108 (offiziell dem Kaiser gewidmet) sowie seinen Heiratsantrag lehnte sie ab. Am 17. Februar 1890 heiratete sie den späteren Ministerial-Rechnungsrat im Ackerbau-Ministerium Wilhelm Anton August Blaschek (Blažek, * 8.2.1862 Klosterneuburg, Niederösterreich/A, † 7.4.1914 Wien [Suizid]). Sie betätigte sich als Sängerin und trat u. a. als Elisabeth in Wagners Tannhäuser auf.

 

Am 4.7.1946 starb Marie Demar in Wien.

http://www.bruckner-online.at/ABLO_d1e853

Franz Gräflinger, die liebste Freundin Anton Bruckners gestorben, in: Oberösterreichische Nachrichten 4.7. 1946, S. 2. Müller, Viktor: Anton Bruckner. Das verkannte Genie. Biographie; Verlag Denkmayr Linz; 1996, S.288-289. Zitat: Buchmayr, Friedrich: Mensch Bruckner! Der Komponist und die Frauen; Verlag Müry Salzmann; 2019; S. 187

Maria Kerschbaum

Maria Kerschbaum

 

Maria Josefa Kerschbaum (née Schimatschek) was born in Linz on 24.4.1844 as the eldest daughter of Franz Schimatschek (* 4.7.1812 Kschinetz/Bohemia (Krinec/CZ), † 11.3.1877 Linz), Bruckner's favourite music copyist, music teacher and horn player in the Linz theatre orchestra. When her father was working on the choral movements, she and her sister Rosa (* 30.8.1846 Linz, † 14.5.1897 Linz) were not allowed to "mux" so as not to disturb him while he was writing music.

 

The musical environment in which the sisters grew up had a great influence on their lives.As a growing girl, Maria was enthusiastic about the compositions of the classics. She developed into an important oratorio singer and "was a master in all areas of singing, from the simplest song to the most complicated colouratura aria." The Musikverein, the Frohsinn and the cathedral choir were among herplaces of activity.

 

On 5 February 1865, she married the town accountant Karl Kerschbaum.

On the occasion of theAnton Bruckner composed the wedding chorus

"O schöner Tag, o dreimal sel'ge Stunde" (four-part male choir with solo quartet and organ in F-major) for the wedding ceremony in the Linz parish church.Bruckner played the organ himself. According to Hermann Zappe, the autograph is in the archives of the Liedertafel Frohsinn, whose archivist at the time was the groom.

 

Maria Kerschbaum's picture hung there in the rehearsal room for a long time.Maria was a widely praised and recognised vocal artist, as can be seen fromfrom various articles in the "Linzer Tagespost":

 

"Mrs Marie Kerschbaum gave us a big surprise with the "Shadow Dance" from the opera Dinorah by Meyerbeer. Who knows the musical

Anyone familiar with the musical education of this lady, who treats singing only as a secondary matter, must ask himself with astonishment why conservatories, opera schools etc. exist if one is capable of solving the most difficult tasks for colouratura singing in such a brilliant way even without having been drilled in such institutes for years?Mrs Kerschbaum is a born singer, a real vocal talent. May she remain with our concert scene for a long time to come."

Linzer Tagespost, Tuesday 25 January 1881

 

She celebrated many successes as a soprano soloist. Nevertheless, she turned down many lucrative offers outside Austria in order to stay with her husband and four children. In 1873, the Musikverein made her an honorary member, as did the Liedertafel Frohsinn. After 28 years of artistic activity, she ended her career on 15 April 1886 as a soloist in Bruckner's Te Deum in the presence of the master at the Frohsinn's founding concert.

 

In the last two years of her life, she only sang in the cathedral and in the parish church. Maria died on 11 November 1888 as a result of a stroke.

Maria Kerschbaum
Sängerin

Maria Josefa Kerschbaum (geb. Schimatschek) wurde am 24.4.1844 in Linz
als älteste Tochter des von Bruckner bevorzugten Notenkopisten, Musiklehrer und Hornisten des Linzer Theaterorchesters Franz Schimatschek (* 4.7.1812 Kschinetz/Böhmen (Křinec/CZ), † 11.3.1877 Linz) geboren. Wenn der Vater an den Chorsätzen arbeitete, durften sie und ihre Schwester Rosa (* 30.8.1846 Linz, † 14.5.1897 Linz) nicht „muxen“, um ihn nicht beim Notenschreiben zu stören. Sie konnten sich nur Zettel zustecken, denn sprechen durften sie ja nicht miteinander.

 

Das musikalische Ambiente, in dem die Schwestern aufgewachsen sind, hatte großen Einfluss auf ihren Lebensweg. Nach dem Tod der Mutter ging Rosa von Linz nach Hannover, als Haustochter eines Theaterintendanten. Als sie wieder nach Linz zurückgekehrt war, sang sie am 29.6.1870 als Alt-Solistin bei der Aufführung des Oratoriums „Israels Heimkehr nach Babylon“ von Josef Rudolf Schachner unter persönlicher Leitung des Komponisten im Stift-Sommer-Saale in Kremsmünster. Drei Jahre später heiratete sie den Linzer Dom- und Stadtpfarrkapellmeister Karl Zappe II.

 

Als heranwachsendes Mädchen, begeisterte sich Maria für die Kompositionen der Klassiker. Sie entwickelte sich zu einer bedeutenden Oratoriensängerin und „war auf allen Gebieten des Gesanges Meisterin, vom einfachsten Lied bis zur kompliziertesten Koloraturarie.“ Der Musikverein, der Frohsinn und der Domchor zählten zu ihren Wirkungsstätten.

 

Am 5.2.1865 heiratete sie den Stadtbuchhalter Karl Kerschbaum. Anlässlich der Trauung in der Linzer Stadtpfarrkirche, komponierte Anton Bruckner den Trauungschor „O schöner Tag, o dreimal sel´ge Stunde“ (Vierstimmiger Männerchor mit Soloquartett und Orgel in F-Dur). Bruckner spielte dabei selbst die Orgel. Das Autograph befindet sich laut Hermann Zappe, im Archiv der Liedertafel Frohsinn, dessen Archivar damals der Bräutigam war. Maria Kerschbaums Bild hing dort lange Zeit im Probesaal.

 

Maria war eine vielfach gelobte und anerkannte Gesangskünstlerin wie man aus diversen Artikeln der „Linzer Tagespost“ entnehmen kann:
 

„Eine große Überraschung bereitete uns Frau Marie Kerschbaum mit dem „Schattentanz“ aus der Oper Dinorah von Meyerbeer. Wer den musikalischen Bildungsgang dieser Dame, die das Singen ja doch nur als Nebensache behandelt, kennt, der muss sich erstaunt fragen, wozu existieren Konservatorien, Opernschulen usw., wenn man die schwierigsten Aufgaben für Koloraturgesang auch ohne in derlei Instituten jahrelang gedrillt worden zu sein, in so brillanter Weise zu lösen imstande ist? Frau Kerschbaum ist eben eine geborene Sängerin, ein echtes Gesangstalent. Möge sie unserem Konzertwesen noch recht lange erhalten bleiben.“
Linzer Tagespost, Dienstag 25.1.1881

 

Als Sopransolistin feierte sie viele Erfolge. Dennoch schlug sie viele glänzende Angebote außerhalb Österreichs aus, um bei ihrem Mann und ihren vier Kindern zu bleiben.

 

Der Musikverein hat sie im Jahre 1873 in die Reihe seiner Ehrenmitglieder aufgenommen, so wie auch die Liedertafel Frohsinn. Nach 28-jähriger künstlerischer Tätigkeit beendete sie ihre Karriere am 15.4.1886 als Solistin im Te Deum von Bruckner in Anwesenheit des Meisters im Gründungsfestkonzert des Frohsinn. In ihren letzten beiden Lebensjahren sang sie nur mehr im Dom und in der Stadtpfarrkirche. Am 11.11.1888 starb Maria an den Folgen eines Schlaganfalls.

Marie Payrleithner.jpg

Marie Payrleithner

 

She was born around 1870/71 as the daughter of the merchant Gustav Payrleithner in Steyr.

was born.

 

As the youngest singer in the church choir in Steyr, she never missed a Sunday mass. Singing gave her great pleasure. When Anton Bruckner sat at the organ in Steyr and improvised, it was something very special for Marie.

 

She met Anton Bruckner in the summer of 1889.

 

According to reports, their

may have been at a small celebration in St. Ulrich near Steyr on Bruckner's 65th birthday.At this time, she was not yet 18 years old and already engaged

to a baker's son. During Carnival 1890, the boy fell ill and had to stay in bed.

Marie went to the costume ball without her fiancé, which was rather unusual at the time. In those days, a young girl was not allowed to attend a ball unaccompanied.To avoid attracting attention that she was there without her fiancé, she wanted to blend in with the crowd and dressed up as a sutler to sell strong drinks to the musicians and ball guests for a good cause.

 

So she was not there purely for pleasure.Even if that was the case, the fact that she went to the ball without her boyfriend was of course enough to bring her into disrepute in a provincial town like Steyr.The next day, people were supposedly talking their heads off about her "indecent" behaviour.

This may have been the reason why her boyfriend's father cancelled the engagement.This news quickly made the rounds in Steyr.

 

A few months later, at the end of a Sunday mass, Anton Bruckner invited her on a trip to Christkindl.However, she did not want to fall into disrepute again and therefore asked her friend and fellow singer Johanna Mayr and her father to come along.

 

 

On this trip, Bruckner gave her his portrait as a souvenir.

That was the custom at the time. Marie also wanted to give him a picture of herself and went to the photographer especially for this.

 

She wrote her dedication on the back of the carte de visite:

"Small memento from your ever-respectable Marie Payrleithner".

Marie Payrleithner

Chorsängerin

Sie wurde ca. 1870/71 als Tochter des Kaufmanns Gustav Payrleithner in Steyr geboren. Als jüngste Sängerin im Kirchenchor von Steyr hat sie bei keiner Sonntagsmesse gefehlt. Singen hat ihr große Freude bereitet.
Wenn Anton Bruckner in Steyr an der Orgel saß und improvisierte, war das etwas ganz Besonderes für Marie.

 

Im Sommer 1889 lernte sie Anton Bruckner kennen. Berichten zu folge könnte ihr Kennenlernen bei einer kleinen Feier in St. Ulrich bei Steyr, an Bruckners 65. Geburtstag gewesen sein. Zu dieser Zeit war sie noch keine 18 Jahre alt und bereits mit einem Bäckerssohn verlobt.

 

Im Fasching 1890 wurde der Bursche krank und musste das Bett hüten.
Auf seinen Zuspruch hin ging Marie ohne ihren Verlobten zum Kostümball, was damals eher unüblich gewesen ist. Ein junges Mädchen durfte sich damals nicht ohne Begleitung auf einem Ball sehen lassen. Damit nicht auffällt, dass sie ohne ihren Verlobten dort war, wollte sie sich unter die Leute mischen und verkleidete sich als Marketenderin, um an die Musiker und Ballgäste scharfe  Getränke für einen guten Zweck zu verkaufen. Sie war also nicht zum reinen Vergnügen dort anwesend. Auch wenn dem so war, hat die Tatsache, dass sie ohne ihren Freund zum Ball ging in einer Provinzstadt wie Steyr natürlich gereicht, um in Verruf zu kommen.
 

Am nächsten Tag haben sich die Leute angeblich das Maul über ihr „unanständiges“ Verhalten zerrissen. Möglicherweise war das der Grund, weshalb der Vater ihres Freundes die Verlobung löste.
Diese Nachricht machte in Steyr schnell die Runde.

 

Ein paar Monate später, am Ende einer Sonntagsmesse hat Anton Bruckner sie zu einer Fahrt nach Christkindl eingeladen. Sie wollte aber nicht wieder in Verruf geraten und bat deshalb ihre Freundin und Sängerkollegin Johanna Mayr sowie deren Vater mitzukommen. Bei diesem Ausflug hat Bruckner ihr sein Porträt als Andenken geschenkt. So war es damals üblich. Marie wollte ihm auch ein Bild von sich schenken und ging extra dafür zum Fotografen.
Auf der Rückseite der Carte de Visite notierte sie ihre Widmung:

„Kleines Andenken von Ihrer Sie stets achtbaren Marie Payrleithner“.

Quellen: Buchmayr, Friedrich: Mensch Bruckner! Der Komponist und die Frauen; Verlag Müry Salzmann; 2019; S. 225-231 // https://www.abruckner.com/down/editorsnote/features/bruckner-and-his-women/Photos-from-the-Goellerich-Estate---back.pdf

Ida Buhz.jpg

Ida Buhz

 

She was the daughter of master cobbler Leberecht Hermann Wilhelm Buhz and his wife Friederike Marie Luise, née Janke. She was born on 25 January 1873 in Berlin, Germany.She attended compulsory school in Berlin and went "into service" at a very early age.

 

From January 1891, she worked as a parlour maid at the Hotel Kaiserhof in Berlin, where she met Bruckner shortly after his arrival on 27 May 1891. Ida seems to have had a good average education. As can be seen from her letters to Bruckner, Ida could play the piano and evidently had a natural feeling for and great appreciation of art.

 

A letter from Ida to Bruckner dated 13 February 1894:

 

"My dear, highly honoured Mr Bruckner!

[...] . My mother would like to thank you once again for the wonderful evening you were able to spend with you; I cannot express in words how I felt after everything I experienced, I will never forget the evening in the Philharmonie. Thank you a thousand times over. I had never heard anything so sublime and beautiful and will probably never hear it again. It's impossible to put myself in your shoes - I can only look up to you in admiration. But please allow yourself a little rest now, don't work so hard so that when I come later I can find you in full vigour.

find you. But now: let's finish!Give my regards to your wife Kathi and tell her to take good care of you because my dear friend is not thinking of himself.For you, my dear Mr Bruckner, the warmest greetings from my parents and your Ida."

Among other things, she worked in the Protestant City Mission, which was founded by Adolf Stoecker (1835-1909) in 1877 and recognised as a legal entity on 16 November 1891, and which also ran the "Christian Hospice".

 

Ida was also formally employed here in 1892.formally employed.

After the death of Bruckner and her father, Ida married the head waiter Richard Bernhard Heinrich Brass (* 7.2.1868 Soest, North Rhine-Westphalia/D) in Berlin on 29 March 1898. The marriage remained childless and was unhappy, probably also because Ida increasingly took refuge in memories of her "dear Mr Professor Bruckner", which led her husband to scenes of jealousy.

 

Ida Buhz died on 24 December 1959 in Berlin.

Ida Buhz
Zimmermädchen

Sie war die Tochter des Schustermeisters Leberecht Hermann Wilhelm Buhz und seiner Ehefrau Friederike Marie Luise, geb. Janke. Am 25.1.1873 kam sie in Berlin, Deutschland zur Welt. Sie besuchte die Pflichtschule in Berlin und war schon sehr früh „in Stellung“ gegangen.

 

Ab Jänner 1891 arbeitete sie im Hotel „Kaiserhof“ in Berlin als Stubenmädchen, wo sie Bruckner kurz nach seiner Ankunft am 27.5.1891 kennen lernte. Ida scheint über eine gute durchschnittliche Bildung verfügt zu haben.
Wie man aus ihren Briefen an Bruckner entnehmen kann, konnte Ida Klavier spielen und hatte offenbar ein natürliches Empfinden und große Wert-schätzung für die Kunst.

 

Ein Brief von Ida an Bruckner vom 13.2.1894:

 

„Mein lieber, hochverehrter Herr Bruckner!

Endlich, endlich komme ich dazu Ihnen zu schreiben, wollte es schon eher tun aber ich bekam meine Photographien nicht früher. Na, nun urteilen Sie jetzt einmal!!! Bin sehr gespannt wie es Ihnen gefällt. Doch nun möchte ich vor allen Dingen wissen, wie Ihnen die Reise bekommen ist, ich fürchte nur zu sehr, daß sich mein lieber Herr Bruckner von Neuem erkältet hat, das Wetter war ziemlich rauh. Wie furchtbar leid es mir tut, daß ich Sie nicht einmal bis zum Bahnhof begleiten konnte, kann ich Ihnen gar nicht sagen, an mir lag  aber es gewiß nicht. Wenn man in Stellung ist muß man die eigenen Wünsche unterdrücken und so mußte auch ich mich leider fügen. Meine Mutter läßt sich noch vielmals bedanken für den schönen Abend die  Sie mit Ihnen, verleben konnte; wie mir nach all` dem Verlebten zu Mute war, kann ich gar nicht in Worte ausdrücken, den Abend in der Philharmonie werde ich nie vergessen. Haben Sie tausend Dank. Hatte noch nie so etwas Erhabenes und Schönes gehört und werde es wohl auch sobald nicht wieder hören.
Man kann sich gar nicht in Ihren Gedanken hineinversetzen – ich kann nur bewundernd zu Ihnen hinaufschauen. Bitte gönnen Sie sich nun aber auch ein wenig Ruhe, arbeiten Sie nicht so angestrengt, damit, wenn ich später komme Sie auch in voller Frische finde. Doch nun: Schluß! Grüßen Sie Ihre Frau Kathi von mir und sagen Sie ihr, sie solle Sie gut pflegen denn mein
lieber Freund selbst denkt ja nicht an sich. Für Sie, mein lieber Herr Bruckner die herzlichsten Grüße von meinen Eltern und Ihrer Ida.“

 

Sie arbeitete u. a. in der von Adolf Stoecker (1835–1909) im Jahre 1877 gegründeten und am 16.11.1891 als juristische Person anerkannten Evangelischen Stadtmission mit, die auch das „Christliche Hospiz“ betrieb. Hier wurde Ida 1892 auch formell angestellt.

 

Ida heiratete nach dem Tod Bruckners und ihres Vaters am 29.3.1898 in Berlin den Oberkellner Richard Bernhard Heinrich Brass (* 7.2.1868 Soest, Nordrhein-Westfalen/D). Die Ehe blieb kinderlos und verlief unglücklich, wohl auch deshalb, da sich Ida zunehmend in die Erinnerungen an ihren „lieben Herrn Professor Bruckner“ flüchtete, was ihren Ehemann zu Eifersuchtsszenen hinriss.
 

Ida Buhz starb am 24.12. 1959 in Berlin.

Quellen: http://www.bruckner-online.at/ABLO_d1e672 // Buchmayr, Friedrich: Mensch Bruckner! Der Komponist und die Frauen; Verlag Müry Salzmann; 2019; S. 255-276 // Anton Bruckner, Briefe 1887-1896. (Anton Bruckner, Sämtliche Werke 24/2. Hg. Andrea Harrandt/Otto Schneider. Wien; 2003; 940213.

Josefine_Autographen_Bruckner_MS 1995_21_Porträt_Lang.jpg

Josefine Lang

 

Josefine was born on 24 October 1844, the second of four children of Anton Lang (1815-1895, butcher in Linz, Lederergasse 11, later: shop and home at Landstraße 21) and his wife Josepha, born Schwarz (from Rohrbach im Mühlkreis).

 

Her siblings were Anton (1843-1914), Anna (1846-1900, verehel.Tyoler) and Marie (1852-1933, verehel. Steinböck). Josefine was Bruckner's pupil for a short time in 1856/57 when he stood in for the sick head teacher Karl Weilnböck (1830-1891) at the school. At this time, Bruckner was working as a cathedral and parish organist in Linz and soon became acquainted with the Lang family, who held music in general and him personally in high esteem.

 

On 16 November 1870, she married the merchant Josef Weilnböck in Linz,

who was eight years her senior.Weilnböck (* 23.11.1836 Neufelden, † 4.6.1889 Neufelden), the teacher's brother,in whose class she had met Bruckner.Josef Weilnböck was a successful businessman who soon became mayor of Neufelden. The Weilnböck couple had five children: Josef Anton (* 17.8.1871,

† 2.11.1935), Karoline [Carolina Elisabetha] (* 3.11.1872, † 14.12.1965, married on 17.7.1900 to Matthäus Grubbauer, * 15.6.1866, † 11.6. 1930, paper mill owner in Pürnstein), Antonius Carolus (* 4 Aug. 1874, † 25 Dec. 1881) and the twins Maria (* 16 July 1878, † ?) and Carolus (* 16 July 1878, † 30 Aug. 1878).

 

After the death of her husband, Josefine remained a widow and took care of the business and her children.On 17 September 1890, Bruckner, who had never completely broken off contact with the family, visited Josefine Weilnböck in Neufelden, accompanied by cathedral conductor Karl Waldeck. During this visit, he met her daughter Karoline, who was almost 19 years old at the time.

Josefine was cared for by a relative during the last years of her life.She died inin poor circumstances on 30 November 1930 at the age of 86.

 

Obituary of Josefine Weilnböck (née Lang):

"In Neufelden, the former owner of the Gasthof Scherer, MrsJosefine Weilnböck, née Lang, passed away at the age of 86. The deceased was a sister of the master butcher Lang, a close friend of Anton Bruckner, and in her younger years had played no indifferent role in the life of the famous composer. There is a valuable relic in the family estate,a letter from Bruckner dating from 1866, in which the then 22-year-old whether she wanted to become the wife of the "Musician of God". However, Josefine Lang was unable to make this decision and later married one of the most important hop merchants in the later Mühlviertel."

Josefine Lang
Geschäftsfrau

Als zweites von vier Kindern des Ehepaares Anton Lang (1815–1895, Fleischhauer in Linz, Lederergasse 11, später: Geschäft und Wohnung Landstraße 21) und seiner Frau Josepha, geb. Schwarz (aus Rohrbach im Mühlkreis) wurde Josefine am 24.10.1844 geboren. Ihre Geschwister waren Anton (1843–1914), Anna (1846–1900, verehel. Tyoler) und Marie (1852–1933, verehel. Steinböck).

 

Josefine war für kurze Zeit 1856/57 Bruckners Schülerin als er für den erkrankten Oberlehrer Karl Weilnböck (1830–1891) in der Schule einsprang. Bruckner war zu dieser Zeit als Dom- und Stadtpfarrorganist in Linz tätig und lernte sehr bald die Familie Lang kennen, die Musik im Allgemeinen und ihn persönlich sehr schätzte.

 

Am 16.11.1870 heiratete sie in Linz den um acht Jahre älteren Kaufmann Josef Weilnböck (* 23.11.1836 Neufelden, † 4.6.1889 Neufelden), den Bruder des Lehrers, in dessen Klasse sie Bruckner kennengelernt hatte.

 

Josef Weilnböck war ein erfolgreicher Geschäftsmann, der bald auch Bürgermeister von Neufelden wurde. Das Ehepaar Weilnböck bekam fünf Kinder: Josef Anton (* 17.8.1871, † 2.11.1935), Karoline [Carolina Elisabetha]
(* 3.11.1872, † 14.12.1965, Heirat am 17.7.1900 mit Matthäus Grubbauer, * 15.6.1866, † 11.6.1930, Papierfabriksbesitzer in Pürnstein), Antonius Carolus (* 4.8.1874,
† 25.12.1881) sowie die Zwillinge Maria (* 16.7.1878, † ?) und Carolus (* 16.7.1878,
† 30.8.1878).

 

Nach dem Tod ihres Mannes blieb Josefine Witwe und sorgte für die Geschäfte und ihre Kinder. Am 17.9.1890 besuchte Bruckner, der den Kontakt zur Familie nie ganz abgebrochen hatte, begleitet von Domkapellmeister Karl Waldeck, Josefine Weilnböck in Neufelden. Bei diesem Besuch lernte er ihre damals fast 19‑jährige Tochter Karoline kennen, die ihrer Mutter wie aus dem Gesicht geschnitten war.

 

Ihre letzten Lebensjahre wurde Josefine von einer Verwandten betreut. Sie starb in ärmlichen Verhältnissen am 30.11.1930 im Alter von 86 Jahren.

 

Nachruf an Josefine Weilnböck (geb. Lang):

 

„In Neufelden verschied die frühere Besitzerin des Gasthofes Scherer, Frau Josefine Weilnböck, geb. Lang, im Alter von 86 Jahren. Die Verstorbene war eine Schwester des Fleischhauermeisters Lang, eines engen Freundes von Anton Bruckner und hatte in ihren jungen Jahren keine gleichgültige Rolle im Leben des berühmten Komponisten gespielt. Im Familienbesitz befindet sich ein wertvolles Reliquium, ein Brief Bruckners aus dem Jahre 1866, in welchem die damals 22 jährige gefragt wurde, ob sie die Gattin des „Musikanten Gottes“ werden wolle.

Josefine Lang konnte sich jedoch nicht zu diesem Entschluss durchringen und heiratete später einen der bedeutendsten Hopfenhändler des späteren Mühlviertels.“

Quellen: Lindner Andreas, Petermayr Klaus: Bruckner Symposion 2019/Bericht; Musikwissenschaftlicher Verlag Wien; 2021; S. 306-307. // http://www.bruckner-online.at/ABLO_d1e2490

Karoline_Autographen_Bruckner_MS 1995_21_Porträt_Jugendbildnis_Lang.jpg

Karoline Elisabetha Weilnböck

 

Karoline [Carolina] was born on 3 November 1872 in Neufelden, Upper Austria, the third of five children.

 

of five children.Her mother, Josefine Weilnböck (née Lang) and her father Josef were respected businessmen in Neufelden at the time. They ran the local inn, a shop and a hop trade.After Karoline's father died, her mother and her brother Josef Anton took over the business.It can be assumed that Karoline also worked in the family business.It is known that her mother had a special history with Anton Brucknerin her youth. After Josefine had rejected Bruckner's marriage proposal, Bruckner did not contact her again.

 

Until the autumn of 1890, when he paid a spontaneous visit to the Grubbauer house.It was at this reunion on 16 September 1890 that Karoline met the famous composer. She was then 18 years old at the time. He realised that she was "the spitting image" of her mother and asked for her portrait photograph as a souvenir.

 

Karoline reminded him of his time in Linz.On 17 July 1900, at the age of 28,

she married the Linz factory owner Matthäus Grubbauer, who was six years her senior.

six years older, Matthäus Grubbauer.An article from the Mühlviertler Nachrichten reported:"On 17 July, the wedding of Mr.Matthäus Grubbauer, factory owner in Linz, with Miss Karolina Weilnböck,innkeeper's and merchant's daughter from the local market, took place.

 

The wedding ceremony was performed by the bride's uncle, the Reverend

Mr Ludwig Weilnböck, dean in Schörfling." Karoline is also found in later newspaper articles under the name "Lina".

 

She was 94 years old and died on 14 December 1965.

Karoline Elisabetha Weilnböck
Geschäftsfrau

Am 3.11.1872 wurde Karoline [Carolina] in Neufelden, Oberösterreich als drittes von fünf Kindern geboren. Ihre Mutter, Josefine Weilnböck (geb. Lang) und ihr Vater Josef waren damals angesehene Geschäftsleute in Neufelden.

Sie führten den hiesigen Gasthof, ein Kaufgeschäft und einen Hopfenhandel.

 

Nach dem der Vater von Karoline starb übernahmen ihre Mutter und ihr Bruder Josef Anton die Geschäfte. Es ist davon auszugehen, dass auch Karoline im Familienunternehmen mitgearbeitet hat.

 

Wie bekannt ist, hatte ihre Mutter eine spezielle Vorgeschichte mit Anton Bruckner in ihren Jugendjahren. Nachdem Josefine damals den Heiratsantrag Bruckners abgelehnt hatte, nahm Bruckner keinen Kontakt mehr zu ihr auf. Bis zum Herbst 1890, als er auf einen spontanen Besuch im Hause Grubbauer aufgetaucht ist. Bei diesem Wiedersehen am 16.9.1890 lernte Karoline den berühmten Komponisten kennen. Sie war damals 18 Jahre alt.

 

Er stellte fest, dass sie ihrer Mutter „wie aus dem Gesicht geschnitten“ ist und bat sie um ihre Portraitfotografie als Andenken. Karoline erinnerte ihn an seine Linzer Zeit.

 

Im Alter von 28 Jahren heiratete sie am 17.7.1900 den um sechs Jahre älteren Linzer Fabrikanten, Matthäus Grubbauer. Ein Artikel aus den Mühlviertler Nachrichten berichtete:

 

„Am 17. Juli fand in der hiesigen Pfarrkirche die Trauung des Herrn Matthäus Grubbauer, Fabrikant in Linz, mit Fräulein Karolina Weilnböck, Gasthofs-besitzers- und Kaufmannstochter vom hiesigen Markte, statt. Die Trauung vollzog der Onkel der Braut, der hochwürdige Herr Ludwig Weilnböck, Dechant in Schörfling.“

 

Karoline, findet man in späteren Zeitungsartikeln auch unter dem Namen „Lina“.
 

Sie wurde 94 Jahre alt und starb am 14.12.1965.

Quellen: Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 189009165, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-189009165 // https://www.abruckner.com/editorsnote/features/alinktojosephinela/fullimage.htm?image=KarolineWeilnbckGrubbauer_aged_9003.11.1961.jpg // https://anno.onb.ac.at/cgi-content

annoaid=tpt&datum=19301231&query=%22Karoline+Weilnb%c3%b6ck%22&ref=anno-search&seite=13 // https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=lvb&datum=19020506&query=%22Mathias%22+%22Grubbauer%22+%22Fabriksbesitzer%22&ref=anno-search&seite=11// Mühlviertler Nachrichten, Sa., 21. Juli 1900, S. 2

Betty von Mayfeld_P1A2053-Verbessert-SR.jpg

Barbara von Mayfeld

 

Betty von Mayfeld was born on 15 May 1832 in Schwanenstadt as Barbara Sophia von Jenny. Her father Fridolin von Jenny, "member of the hies. Mousselinfabrik" and her mother Susanna, had four more children: Wilhelmine (Minna), Elisabeth (Elisa) and Emilie were born in Vienna.

Her brother August, who was 10 years younger like Betty, was born in Schwanenstadt.

 

Apart from Betty, all the siblings are said to have remained unmarried.

Her sisters Elisa and Wilhelmine founded the "Minna and Elisa von Jenny

Family Foundation". Barbara married Moritz von Mayfeld in 1851. Both were very fond of music and the arts in general and enjoyed spending time in this environment. They organised regular music evenings at which they also played music themselves. Barbara was an excellent pianist, Moritz wrote poetry and composed. They also played concerts in front of larger audiences. In the Redoutensaal in Linz she accompanied the violinist Ferdinand Laub on Wednesday, 4 May 1864.

 

An article in "Linzer Abendbote - Zeitschrift für Stadt und Land"

from Friday, 6 May 1864 reports on a concert by the two:

 

"[...] in his second concert on the 4th of May he performed no less, but also

more, for the simple reason that "more" is hardly within the realm of possibility. [...] Moreover, the midweek concert audience still feels a great debt of gratitude to Mr Lauf for the fact that he his concert with the participation of a lady whose rare mastery of the piano whose rare mastery of the piano he owed the perfect, brilliant success of the first number. Mrs B. v. Mayfeld plays with a lightness and with such ease and assurance, with such precision and elegance, with such true feeling and with such deep feeling on her instrument that the notes under her fingers immediately become words under her fingers and these rise to the clearly finalised idea of what the composer was endeavouring to express. What a pity that the excellent artist, who belongs to our city, was not known for it except for a few almost lost to it, except for a few circles accessible to a few. [...]"

 

Betty and Moritz were considered great admirers and patrons of Anton Bruckner. Bruckner attended the music evenings of the Mayfeld couple in Linz, who showed him a great deal of Mayfeld, who showed him a great deal

of understanding and remained actively friendship (concerning social relationships, for example) until his death.

 

Mayfeld is said to have encouraged Bruckner to compose symphonies:

"Mayfeld drove me into the 'symphonic'!" (Göll.-A. 3/1, p. 170).

 

Four years after Moritz, Betty died on 13 June 1908 in Schwanenstadt.

Barbara "Betty" von Mayfeld
Pianistin

Betty von Mayfeld wurde am 15.5.1832 in Schwanenstadt als Barbara Sophia von Jenny geboren. Ihr Vater Fridolin von Jenny, „Mitglied der hies. Mousselinfabrik“ und ihre Mutter Susanna, hatten noch weitere vier Kinder: Wilhelmine (Minna), Elisabeth (Elisa) und Emilie kamen in Wien zur Welt.
Ihr um 10 Jahre jüngerer Bruder August kam, wie Betty, in Schwanenstadt zur Welt.

 

Bis auf Betty blieben angeblich alle Geschwister unverheiratet.
Ihre Schwestern Elisa und Wilhelmine gründeten die „Minna und Elisa von Jenny Familienstiftung“. Barbara heiratete 1851 Moritz von Mayfeld. Beide waren von der Musik und den Künsten allgemein sehr angetan und bewegten sich auch gerne in diesem Umfeld. Sie veranstalteten regelmäßige Musikabende, bei denen sie selbst auch musizierten. Barbara war eine hervorragende Pianistin, Moritz dichtete und komponierte. Sie spielte auch Konzerte vor größerem Publikum. Im Redoutensaal in Linz begleitete sie am Mittwoch, 4.5.1864 den Violinisten Ferdinand Laub.

Ein Artikel in „Linzer Abendbote – Zeitschrift für Stadt und Land“ vom Freitag, 6.5.1864 berichtet über ein Konzert der beiden:

 

„[…] in seinem zweiten Konzert am 4.d.M. leistete er nicht weniger, aber auch nicht mehr und zwar aus dem einfachen Grunde, weil das „mehr“ kaum im Gebiete der Möglichkeit liegen dürfte. […] Außerdem fühlt sich das mitwöchige Concertpublikum Herrn Lauf noch zu großem Danke dafür verpflichtet, dass es ihm gelang, sein Concert durch die Mitwirkung einer Dame zu bereichern, deren seltener Meisterschaft auf dem Klaviere er den vollkommenen, glänzenden Erfolg der ersten Nummer verdankte. Frau B.v. Mayfeld spielt mit einer Leichtigkeit und Sicherheit, mit einer Präcision und Eleganz, mit einer so richtigen Empfindung und mit einem so tiefen Gefühle auf ihrem Instrumente, daß die Töne unter ihren Fingern sofort zu Worten werden und diese sich zur klar abgeschlossenen Idee dessen erheben, was der Compositeur auszudrücken anstrebte. Wie schade, daß die ausgezeichnete Künstlerin, welche unserer Stadt angehört, für dieselbe bis auf einige wenige, wenigen zugängige Cirkel beinahe verloren ist. […]“

 

Betty und Moritz galten als große Bewunderer und Förderer Anton Bruckners. Bruckner besuchte in Linz die Musikabende des Ehepaares Mayfeld, das ihm viel Verständnis entgegenbrachte und in tatkräftiger Freundschaft (etwa gesellschaftliche Beziehungen betreffend) bis zum Tod verbunden blieb. Der Komponist zeigte sich in den vielen Briefen, ergänzt durch Besuche u. a. in Schwanenstadt, als anhänglicher Partner und gewährte Einblicke in die Höhen und Tiefen seines Privat- und Künstlerlebens.

 

Anlässlich der Aufführung von Bruckners Messe in d-Moll am 20.11.1864 im Alten Dom in Linz verfasste Mayfeld für seinen Freund ein Huldigungsgedicht, dessen erste und letzte Zeile auf den Schleifen eines Lorbeerkranzes gestickt waren: „Von der Gottheit einstens ausgegangen […] Muß die Kunst zur Gottheit wieder führen!“

 

Mayfeld soll Bruckner zum Komponieren von Symphonien hingelenkt haben: „Ins ‚Symphonische‘ hat mi der Mayfeld eini ‚trieb’n!“ (Göll.-A. 3/1, S. 170).

 

Vier Jahre nach Moritz, verstarb Betty am 13.6.1908 in Schwanenstadt.

Quellen: Wieser, Magdalena: Neues zu Betty und Moritz von Mayfeld.; in: : Lindner Andreas, Petermayr Klaus: Bruckner Symposion 2019/Bericht; Musikwissenschaftlicher Verlag Wien; 2021; S. 309-327. // https://anno.onb.ac.at/cgi-content/ anno?aid=ote&datum=18640506&seite=3&zoom=33 // Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 186405045, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-186405045 // (zit. n. Dom- und Stadtpfarrorganist, S. 230f., vgl. auch Göll.-A. 3/1, S. 296).

bottom of page